Interkulturelle Beratung | Patrick Akrivos
Als Adult Third Culture Kid bin ich mit vielen der Erfahrungen und Herausforderungen, die mit dem Aufwachsen und Leben zwischen verschiedenen Kulturen einhergehen, persönlich vertraut.
Der Umzug in ein anderes Land stellt für viele Menschen eine große Herausforderung dar. Für Kinder und Jugendliche kann er jedoch schnell zur Überforderung werden – insbesondere dann, wenn solche Relocations wiederholt stattfinden. Es bedarf daher einer spezifischen Form der Unterstützung, die die besonderen Erfahrungen von Expat-Familien sensibel berücksichtigt.
Als sogenanntes Third Culture Kid bin ich mit den Herausforderungen des Aufwachsens zwischen mehreren Kulturen aus eigener Erfahrung vertraut. Wie Kinder und Jugendliche mit dieser Situation umgehen, ist sehr individuell. Manche passen sich scheinbar mühelos an, während andere deutlich stärker damit ringen. Ein Rückgang der schulischen Leistungen, sozialer Rückzug, Schlafprobleme oder erhöhter Stress können erste Hinweise darauf sein, dass ein Kind oder ein junger Mensch Schwierigkeiten hat, sich an die neuen Lebensumstände anzupassen.
Als Psychotherapeut habe ich mich bewusst auf den Bereich der interkulturellen Psychotherapie spezialisiert, um Menschen dabei zu unterstützen, ihre Erfahrungen besser zu verstehen und einzuordnen. In einem gemeinsamen, achtsamen Prozess begleite ich Sie dabei, Ihre Erlebnisse zu reflektieren und weiterzuentwickeln – mit dem Ziel, aus zunächst rohen Erfahrungen wertvolle persönliche Ressourcen entstehen zu lassen.
Gerne lade ich Sie zu einem Erstgespräch („Kennenlerngespräch“) ein – in meiner Praxis oder im Rahmen einer Online-Sitzung. Gemeinsam können wir Anliegen besprechen, die im Kontext von Leben und Übergängen zwischen Kulturen entstanden sind. Ich biete Beratung und Psychotherapie aus einer interkulturellen Perspektive in deutscher, griechischer und englischer Sprache an.
Interkulturelle Herausforderungen: Was kann ich tun?
Das Leben zwischen Kulturen kann zutiefst bereichernd sein und den Blick auf die Welt, auf sich selbst und auf andere erweitern. Gleichzeitig bringt es oft feine, vielschichtige Herausforderungen mit sich, die schwer zu benennen sind – und noch schwerer mit Menschen zu teilen, die keine vergleichbaren Erfahrungen gemacht haben.
Ein Umzug – ob einmalig oder wiederholt – ist mehr als eine organisatorische Veränderung; er ist ein emotionaler und relationaler Übergang. Er kann das Gefühl von Zugehörigkeit und Identität ins Wanken bringen sowie Emotionen und Beziehungen beeinflussen. Manche Menschen und Familien scheinen sich rasch anzupassen, während andere Stress, Desorientierung oder ein leises Gefühl von Verlust erleben – manchmal unmittelbar, manchmal erst Monate später, wenn die anfängliche Aufbruchsstimmung nachlässt.
Für Kinder und Jugendliche – oft als Third Culture Kids (TCKs) bezeichnet – können solche Übergänge die Entwicklung nachhaltig prägen. Viele entwickeln eine hohe Anpassungsfähigkeit und feine Wahrnehmung, zugleich kann das wiederholte Abschiednehmen von Menschen, Orten und Routinen es erschweren, stabile Beziehungen aufzubauen. Manche Kinder äußern ihre Belastung offen, andere tragen sie stiller mit sich – etwa durch Rückzug, Ängste oder Veränderungen in Verhalten und Stimmung. Jede Erfahrung ist einzigartig und verdient es, in ihrem eigenen Kontext verstanden zu werden.
Auch Eltern-sein im interkulturellen Kontext bringt zusätzliche Komplexität mit sich. Eltern sehen sich häufig mit unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen zu Erziehung, Bildung, Rollenbildern und emotionalem Ausdruck konfrontiert – oft während sie selbst noch dabei sind, ihren eigenen Platz zwischen Kulturen, Sprachen und Wertesystemen zu finden. Es kann herausfordernd sein, Kinder zu begleiten, während man zugleich selbst Orientierung sucht.
Interkulturelle Partnerschaften und Ehen eröffnen Raum für Tiefe, Vielfalt und persönliches Wachstum. Gleichzeitig können Unterschiede in Kommunikationsstilen, im emotionalen Ausdruck, im Umgang mit Konflikten oder in familiären Erwartungen sichtbar werden. Was für die eine Person selbstverständlich erscheint, kann für die andere ungewohnt oder irritierend sein. Ohne einen gemeinsamen kulturellen Bezugsrahmen kann es zu Missverständnissen kommen oder dazu, dass schwer in Worte zu fassen ist, was zwischen den Partnern geschieht.
Viele Menschen erleben darüber hinaus sogenannte „unsichtbare Verluste“ – etwa den Verlust von Vertrautheit, Sprache, Gemeinschaft, Identität oder dem Gefühl von Zuhause. Diese Verluste werden im Außen oft nicht wahrgenommen, können jedoch eine nachhaltige emotionale Wirkung entfalten. Im Laufe der Zeit können daraus Fragen nach Zugehörigkeit entstehen, ein Gefühl von Unruhe oder das Erleben zwischen Welten zu stehen.
Wichtig ist: Interkulturelle Erfahrungen enden nicht mit der Kindheit oder einem einzelnen Umzug. Sie prägen weiterhin, wie wir Beziehungen gestalten, wie wir uns selbst sehen und wo – und mit wem – wir uns zugehörig fühlen.
Ob Sie sich aktuell in einem Relocation befinden, in einer interkulturellen Beziehung leben, Kinder zwischen Kulturen begleiten oder auf ein durch Mobilität geprägtes Leben zurückblicken – Sie sind mit diesen Erfahrungen nicht allein. Diese Arbeit lädt dazu ein, die eigene Geschichte zu würdigen, Beziehungen zu stärken und ein Gefühl von Zuhause zu entwickeln – in sich selbst und über kulturelle Grenzen hinweg.
Als Adult Third Culture Kid, verbunden mit meiner fachlichen Ausbildung und kontinuierlichen Weiterbildung, bin ich darauf spezialisiert, Einzelpersonen und Familien in interkulturellen Lebenssituationen zu begleiten. Dabei unterstütze ich Sie darin, Ihre Erfahrungen zu verstehen und zu integrieren – und sie von einem ungeschliffenen Rohdiamanten zu einem wertvollen, facettenreichen Ausdruck Ihrer persönlichen Entwicklung werden zu lassen.